Die Wasserqualität

Grundsätzlich läßt sich feststellen, dass die Elbe mit Blick auf die Schadstoffbelastung in der Regel die EU-Norm für Badegewässer erfüllt. Dabei liegt es in der Natur der Sache, dass die Elbe, als ein fließendes Gewässer, einer starken Dynamik unterliegt. Aus diesem Grunde werden nur wenige Flüsse in Deutschland als EU-Badegewässer ausgewiesen. Lokale Besonderheiten, wie z.B. extreme Regenfälle oder hohe Wassertemperaturen können an dem mehr als 1.000 Kilometer langen Fluss immer wieder dazu führen, dass vereinzelt Grenzwerte überschritten werden.

 

Aktuelle Messwerte...

 

Seit der Wende hat sich die Gewässergüte der Elbe deutlich verbessert. Die natürlichen Selbstreinigungsvorgänge, insbesondere in der Oberen und Mittleren Elbe, wurden deutlich gestärkt, die Sauerstoffsituation der Elbe ist bis auf den Bereich der Tideelbe als "gut" zu bezeichnen. Dies hat dazu geführt, dass heute wieder 94 Fischarten in der Elbe gefunden werden (1992 waren es nur 50 Arten). Bis auf den Atlantischen Stör sind alle früheren Arten wieder vorhanden.

 

Die Wassergütestelle Elbe (www.arge-elbe.de) hat die Jahresfrachtentabelle um die Ergebnisse aus dem Jahr 2004 ergänzt (siehe Tabelle rechts und Download unten). Diese Jahresfrachtentabelle gibt Auskunft über die Trendentwicklung verschiedener Messgrößen in der Elbe bei Schnackenburg (Strom-km 474,5). Als ehemalige deutsch/deutsche Grenzmessstelle liegen seit dem Jahr 1985 entsprechende Untersuchungsergebnisse zur Menge an sauerstoffzehrenden Substanzen, zur Salzfracht, zu den Nährstofffrachten sowie zu den Frachten anorganischer und organischer Schadstoffe vor.

 

Für alle der in der Elbe bei Schnackenburg untersuchten Messgrößen ist ein erfreulicher Rückgang zu verzeichnen, der durch die aktuellen Ergebnisse im Jahr 2004 bestätigt wurde. Die enormen Anstrengungen zum Bau der kommunalen Kläranlagen im gesamten Einzugsgebiet der Elbe sind beispielhaft: Seit 1990 wurden 239 große kommunale Kläranlagen gebaut, davon 61 in der Tschechischen Republik, 177 in Deutschland und eine Anlage am österreichischen Elbezufluss. Damit verfügen jetzt alle Gemeinden mit mehr als 20.000 Einwohnern im Einzugsgebiet der Elbe über moderne Kläranlagen. Die technologischen Veränderungen in Industriebetrieben haben ebenfalls zu einer Reduzierung der Einleitung von Schadstoffen beigetragen.

 

Zum Elbebadetag 2005 empfehlen die Initiatoren den lokalen Veranstaltern, Messungen der Wasserqualität der Elbe durch die Gesundheitsämter durchzufhren. Die Bewertung der Ergebnisse der zuständige Landkreise und Bezirksämter orientiert sich an der EU-Badegewässerrichtlinie. Gemessen werden die für die EU-Badegewässerrichtlinie relevanten Werte.

Jahresfrachten der Elbe

Erläuterungen zur Tabelle:

Die Tabelle enthält eine Auswahl der wichtigsten Messgrößen. Die Frachtenangaben wurden für die Jahre zusamengestellt, die aufgrund ihrer ähnlichen Abflusswerte (MQ) am ehesten vergleichbar sind. Die Berechnung der Frachten erfolgt in der Regel aus den Ergebnissen von Wochenmischproben. Bei den mit *) gekennzeichneten Zahlen wurden die Frachten aus 1- bis 4-wöchentlichen Einzelproben ermittelt. Im Ergebnis ist Folgendes festzuhalten:

 

BSB21

Der BSB21 ist ein Maß für die biochemische Sauerstoffzehrung, die die Wasserinhaltsstoffe innerhalb von 21 Tagen unter bestimmten Bedingungen bewirken. Sie beeinträchtigen somit den Sauerstoffhaushalt des Gewässers. Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass sich gegenüber dem Jahr 1989 der aktuelle Wert für das Jahr 2004 in etwa halbiert hat. Betriebsstilllegungen nach der Wiedervereinigung Deutschlands und der konsequente Aufbau von Abwasserbehandlungsanlagen haben zu diesem erfreulichen Ergebnis geführt.

 

Chlorid

Die Chloridfracht hat sich durch die Reduzierung von eingeleiteten Salzmengen, insbesondere in den Nebenflüssen, um ca. 1/3 gegenüber dem Jahr 1989 verringert.

 

Nährstoffbelastung

Die Entwicklung der Belastung mit Nährstoffen lässt sich am besten anhand der Messgrößen Gesamt-N und Gesamt-P nachvollziehen. Im Jahr 2004 wurde, bezogen auf Gesamt-N, die bisher niedrigste Fracht ermittelt. Gleiches gilt für den Gesamt-Phosphor. Die hohe Ammonium-Belastung in früheren Jahren ist mittlerweile stark zurückgegangen. Hier spielen neben einer allgemeinen Reduktion auch bestimmte biochemische Umsetzungsprozesse (Nitrifikation) im Elbewasser eine Rolle, die früher aufgrund der toxischen Belastung nur unterdrückt abliefen.

 

Schwermetalle

Ein besonders erfreulicher Trend ist für die Quecksilberfracht zu verzeichnen. Für das Jahr 2004 wurde mit 1,0 t/a Quecksilber der niedrigste Wert überhaupt festgestellt. Die Hälfte dieses Wertes dürfte in etwa von der natürlichen, geogenen Grundbelastung der Elbe herrühren. Der Spitzenwert lag demgegenüber im Jahr 1985 bei 28 t/a.

 

Die Cadmium-Belastung ist seit vielen Jahren auf einem relativ konstanten Niveau. Eine nennenswerte Abnahme ist für die nahe Zukunft nicht zu erwarten. Wesentliche Einträge erfolgen über bestimmte Nebenflüsse.

 

Auch die Bleifracht zeigt in den letzten Jahren einen gleichbleibenden Trend. Der anfängliche Rückgang der Bleibelastung ist auf die Einführung des bleifreien Kraftstoffes zurückzuführen. Der Eintrag über den Luftpfad kann bedeutend sein.

 

Die Arsenfracht ist wie beim Cadmium und Blei in den letzten Jahren weitgehend unverändert geblieben.

 

Organische Schadstoffe

Die Lösemittel Trichlormethan, Trichlorethen und Tetrachlorethen befinden sich inzwischen auf einem erfreulich niedrigen Niveau. Gegenüber den anfänglichen Frachten haben die Werte um ca. den Faktor 100 abgenommen. Als geruchsbildende Stoffe waren sie früher für den apothekenartigen Geruch des Elbewassers verantwortlich. Größtenteils liegen die aktuellen Konzentrationen unter den analytischen Bestimmungsgrenzen.

 

Die Frachten der HCH-Isomere geben einen Hinweis auf Altlasten. Diese zu den Pestiziden gehörende Stoffgruppe schwingt derzeit immer noch im Elbewasser nach. Ein weiterer Rückgang wäre wünschenswert.

 

Hexachlorbenzen ist ein organischer Schadstoff, der in der Vergangenheit immer wieder zu Grenzwertüberschreitungen in fettreichen Fischen geführt hat. Mit 19 kg/a im Jahr 2004 wurde ein momentaner Tiefststand erreicht.

 

p,p‘-DDT tritt in der Umwelt als Altlastenanzeiger auf. Die ubiquitäre Verbreitung dieses seit langem verbotenen Insektizids führt zum Teil noch heute zu Belastungsproblemen in fettreichen Fischen. Eine weitere Abnahme ist für die nahe Zukunft kaum zu erwarten.

 

AOX ist eine Summenmessgröße für chlorierte Kohlenwasserstoffe. Die Ergebnisse zeigen einen abnehmenden Trend an, der sich auch in Zukunft fortsetzen dürfte.

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